Der unterforderte Zuschauer

Die media­le Wis­sens­ver­mitt­lung ist nicht dar­an inter­es­siert, ein tie­fe­res Ver­ständ­nis zu ver­mit­teln — sie will den Kon­su­men­ten mit seich­ter Kost überwältigen.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­en kom­mu­ni­zie­ren auf ver­schie­de­ne Wei­se, jedoch nicht auf Augen­hö­he. Die Rezi­pi­en­ten wer­den nicht mehr dazu ange­hal­ten, kraft ihrer eige­nen Gedan­ken in einen Pro­zess des Ver­ste­hens zu kommen.

Wis­sens­ver­mit­teln­de Auto­ri­tä­ten trau­en ihren Rezi­pi­en­ten nicht nur wenig zu, sie sehen sich regel­recht in der Ver­pflich­tung, die­se an die Hand zu neh­men und ihnen die Welt zu erklä­ren. Der Zuschau­er soll mit Bil­dern über­wäl­tigt wer­den, statt ihm die Mög­lich­keit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen.

Das ist nicht nur Aus­druck einer unver­hoh­le­nen Respekt­lo­sig­keit der Medi­en­ma­cher gegen­über ihren Rezi­pi­en­ten, es kommt auch einer Ent­mün­di­gung des Men­schen gleich. So wird die angeb­lich gerin­ge Auf­fas­sungs­ga­be, die Medi­en­schaf­fen­de ihrem Publi­kum unter­stel­len, durch die anspruchs­lo­sen Stil­mit­tel teil­wei­se erst her­vor­ge­ru­fen. Zugleich fällt es leich­ter, Men­schen mit­tels unter­kom­ple­xer Bot­schaf­ten zu überwältigen.

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