Atomkraft nein Danke, Atomkrieg ja bitte: Grüne im Waffenrausch

„Kei­ne Waf­fen in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­te”, das war jahr­zehn­te­lan­ge gesin­nungs­po­li­ti­sche Ant­wort der grü­nen Basis auf jeg­li­che ver­ant­wor­tungs­po­li­ti­sche Inter­ven­ti­on der selbst­ver­stan­de­nen west­li­chen „Gerech­tig­keits­li­ga”, Usur­pa­to­ren oder Ter­ror­re­gimes zurück­zu­schla­gen oder zu ver­hin­dern. Die mora­li­sche Legi­ti­mi­tät der mili­tä­ri­schen Ein­grif­fe und auch die Situa­ti­on der Zivil­be­völ­ke­rung inter­es­sier­te dabei nicht. Und als Josch­ka Fischer im Koso­vo­krieg vor 23 Jah­ren erst­mals die Krö­te des regie­rungs­las­ti­gen Prag­ma­tis­mus schluck­te, wur­de er von der Basis dafür nicht nur getor­tet, son­dern ris­kier­te bei­na­he die Spal­tung der Partei.

Vie­le Grü­ne, die damals über den NATO-Ein­griff unter deut­scher Betei­li­gung fluch­ten, ste­hen heu­te in vor­ders­ter Front jener, denen die fahr­läs­si­ge Hoch­rüs­tung und Auf­mu­ni­tio­nie­rung der Ukrai­ne zur Her­stel­lung von Waf­fen­gleich­heit (oder bes­ser noch Über­le­gen­heit) gegen­über Russ­land gar nicht schnell und kom­pro­miss­los genug gehen kann. Inzwi­schen haben sich die von „Tau­ben” zu „Fal­ken“ gewan­del­ten eins­ti­gen Frie­dens­a­pos­tel heil­los ver­rannt, was ins­be­son­de­re bei den Oster- und Frie­dens­mär­schen am Wochen­en­de sicht­bar wur­de. Der Rol­len­tausch, der sich hier in 40 Jah­ren seit der Abrüs­tungs­be­we­gung (aus die Grü­nen einst her­vor­gin­gen) voll­zo­gen hat, steht für eine bei­ßen­de Iro­nie der jün­ge­ren Geschich­te: Jene, die damals „Schwer­ter zu Pflug­scha­ren“ skan­dier­ten und für bedin­gungs­lo­se ein­sei­ti­ge Abrüs­tun­gen ein­tra­ten, sind heu­te die mili­tan­ten Für­spre­cher der Lie­fe­rung schwers­ter Waf­fen in einen Krieg, der nicht der unse­re ist. Jeder Schuss‘ ein Russ‘!

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