Geopolitischer Hintergrund des Ukraine-Konflikts

Die meis­ten Men­schen sind von Ereig­nis­sen wie z.B. dem aktu­el­len Ukrai­ne-Krieg über­rascht. Man­che sind sogar scho­ckiert. Wenn man sich mit Poli­tik nur so beschäf­tigt, wie das vom Estab­lish­ment gewünscht wird, ist das nicht ver­wun­der­lich. Denn das für die Mas­sen auf­ge­führ­te Schau­spiel der Par­tei­en, die Dis­kus­si­ons­run­den und pseu­do-mora­li­schen Debat­ten, sind ober­fläch­li­ches Blend­werk. Im Hin­ter­grund machen die wirk­lich Mäch­ti­gen immer knall­har­te Realpolitik. 

Wer die­se ver­ste­hen will, der muss sich mit Geo­po­li­tik beschäf­tig­ten. Ein Grund­la­gen­werk der Geo­po­li­tik ist die Schrift „Der geo­gra­phi­sche Angel­punkt der Geschich­te“ des bri­ti­schen Stra­te­gen Hal­ford Mack­in­der. Sei­ne ein­fluss­rei­che „Herzland“-Theorie, die seit über 100 Jah­ren glo­ba­le Macht­kämp­fe bestimmt, wird auch heu­te noch von den Stra­te­gen des Pen­ta­gons berück­sich­tigt. Die Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen der USA und Russ­land ist für den Kreml-Bera­ter Alex­an­der Dugin daher „der letz­te Kampf um die Weltinsel“.

ARD-Gespräch mit Putin anno 2015


Die­ses Inter­view, wel­ches Putin 2015 der ARD gewähr­te, ist heu­te lei­der nur noch schwer zu fin­den. Wer es gese­hen hat, weiß war­um. Die Bild­qua­li­tät ist lei­der ziem­lich mise­ra­bel, aller­dings kommt es hier mehr auf den Ton an — und der ist sau­ber. Das Gespräch dau­ert ca. 30 Minuten.

Videogespräch mit Thomas Röper

Das war die schwie­rigs­te Sen­dung für Röper und Stein und wer Frot­ze­lei und den schwar­zen Humor der bei­den mag, wird ent­täuscht sein. Zu lachen gab es die­ses Mal näm­lich nichts bei Tacheles.

Was ist nur in Putin gefah­ren, fra­gen sich vie­le im Wes­ten. Doch die­ses Unver­ständ­nis rührt haupt­säch­lich auf­grund der man­gel­haf­ten Arbeit der Medi­en in den letz­ten 8 Jah­ren. Es fin­den sich zwar aus­rei­chend ARD Berich­te der Tages­schau und Moni­tor, wel­che schon vor Jah­ren das Kon­flikt­po­ten­ti­al auf­zeig­ten, wel­ches die NATO pro­vo­zier­te — aber die­se Berich­te gin­gen unter in einem Tsu­na­mi an vor­ein­ge­nom­me­ner Bericht­erstat­tung mit pro­west­li­chen Narrativ.

Tho­mas Röper lebt in Russ­land und kennt das Land. Auf sei­nem Blog gibt er dem Leser seit Jah­ren einen unge­fil­ter­ten Blick auf die rus­si­sche Sicht mit Über­set­zun­gen rus­si­scher Nach­rich­ten­mel­dun­gen und Berich­ten, die man so im Wes­ten nicht zu hören bekommt.

Im Gespräch mit Robert Stein ver­mit­telt Tho­mas Röper zum bes­se­ren Ver­ständ­nis noch ein­mal die rus­si­sche Sicht auf die Din­ge, wel­che man nach Ver­bot rus­si­scher Medi­en inner­halb der EU immer ver­geb­li­cher sucht.

Ben Aris im Gespräch mit Afshin Rattansi


Ben Aris, Chef­re­dak­teur der Publi­ka­ti­on “bne Intel­li­News” und ehe­ma­li­ger Lei­ter des Mos­kau­er Büros der bri­ti­schen Tages­zei­tung “The Dai­ly Tele­graph” mit RT-Mode­ra­tor Afshin Ratt­an­si über die geo­po­li­ti­sche Lage zwi­schen Russ­land, der US-geführ­ten NATO und die Aus­wir­kun­gen auf die Ukrai­ne. Die Sen­dung wur­de am 23. Febru­ar aus­ge­strahlt — also, noch vor der rus­si­schen Inter­ven­ti­on in der Ukraine.

Aris hat natür­lich eine pro west­li­che Per­spek­ti­ve, die sich aller­dings wohl­tu­end von der­zei­ti­ger Kriegs­pro­pa­gan­da aus der Feder der NATO unter­schei­det. Die Sen­dung lief in der RT-Serie “Going under­ground”, die sich dadurch aus­zeich­net, hin­ter die Kul­lis­sen geo­po­li­ti­scher Ent­wick­lun­gen zu schau­en und denen auf den Grund zu gehen. Emp­feh­lens­wert für alle, die sich nicht allein durch west­li­che Kriegs­pro­pa­gan­da dau­er­haft idio­ti­sie­ren und mani­pu­lie­ren las­sen wollen. 

Fasbender im Gespräch mit Jochen Scholz: “Vorerst keine Aussicht auf Wiederannäherung”

Fas­ben­der im Gespräch mit dem His­to­ri­ker und Oberst­leut­nant a.D. Jochen Scholz zur geschicht­li­chen Ein­ord­nung des Ukrai­ne­kon­flikts. Grund der der­zei­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung ist für Scholz die geschei­ter­te Ver­schmel­zung der Geg­ner im Kal­ten Krieg in einer neu­en, gemein­sa­men Ord­nung nach 1990. Die aus Sicht der ehe­ma­li­gen West­mäch­te unab­ding­ba­re NATO-Inte­gra­ti­on des wie­der­ver­ei­nig­ten Deutsch­lands wur­de zur Blau­pau­se des spä­te­ren Roll-Outs des west­li­chen Bünd­nis­ses in ganz Ost­mit­tel- und Ost­eu­ro­pa. Schon vor 2000 warn­ten Russ­land­ken­ner in den USA vor einem Kon­flikt mit Russ­land. Die Vor­be­hal­te wur­den über­hört. Opti­mis­ten waren sogar der Ansicht, Russ­land wür­de sich der US-Hege­mo­nie unter­ord­nen. Wie sich zei­gen soll­te, ein fata­ler Fehler.

EU-Sanktionen gegen RT und Sputnik – Alternative Soziale Medienplattformen ebenfalls unter Druck

Im Zuge der EU-Sank­tio­nen gegen rus­si­sche Medi­en dür­fen Inhal­te von RT und Sput­nik nicht mehr aus­ge­strahlt wer­den. Das Ver­bot schließt die Über­tra­gung oder Ver­brei­tung von RT-Inhal­ten über Kabel, Satel­lit, IPTV oder ande­re Video­platt­for­men ein. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Face­book-Mut­ter­kon­zern Meta schränkt den Zugang zum rus­si­schen TV-Sen­der RT und der Nach­rich­ten­agen­tur Sput­nik inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on ein.

Goog­le Euro­pe kün­dig­te auf Twit­ter an, auf­grund des andau­ern­den Krie­ges in der Ukrai­ne You­tube-Kanä­le, die mit RT und Sput­nik in Euro­pa ver­bun­den sind, mit sofor­ti­ger Wir­kung zu sper­ren. Auf You­tube zählt RT mit 4,6 Mil­lio­nen Abon­nen­ten zu den größ­ten Sen­dern auf der Plattform.

Auch ande­re Platt­for­men wie die You­tube-Alter­na­ti­ve Ody­see ste­hen der­zeit unter Druck. Ody­see wehrt sich jedoch dage­gen, RT zu ent­fer­nen. Die Mes­sen­ger-App Tele­gram hin­ge­gen sperr­te aktu­ell den Zugang zum fran­zö­si­schen RT-Kanal, der über 50.000 Abon­nen­ten zählt.

Im Inter­view mit RT kom­men­tiert der Jour­na­list und Autor Tho­mas Röper die­se Schrit­te: „Anschei­nend hat der Wes­ten Angst vor ande­ren Meinungen“.

Lawrow im UN-Menschenrechtsrat: “Der Westen hat die Kontrolle über sich selbst verloren”

Am Diens­tag hat der UN-Men­schen­rechts­rat in Genf, dem euro­päi­schen Haupt­sitz der Ver­ein­ten Natio­nen, sei­ne 49. Sit­zung abge­hal­ten. Der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row, der auf­grund der Sper­rung des euro­päi­schen Luft­raums für rus­si­sche Flug­zeu­ge nicht per­sön­lich teil­neh­men konn­te, wur­de per Video­link zugeschaltet.

In sei­ner Rede kri­ti­sier­te Law­row, dass rus­si­sche Min­der­hei­ten in der Ukrai­ne jah­re­lan­ger Schi­ka­ne aus­ge­setzt waren und sich bereits seit 2014 in einem Krieg befan­den. Men­schen­rech­te sei­en auf viel­fäl­ti­ge Wei­se durch die Ukrai­ne ver­letzt wor­den, wäh­rend der Wes­ten nicht nur zuge­schaut, son­dern dies regel­recht unter­stützt habe. “Es ist die Poli­tik des ver­ei­nig­ten Wes­tens unter der Füh­rung Washing­tons, die dazu geführt hat, dass das Kie­wer Regime seit 2014 Krieg gegen sein eige­nes Volk führt.”

“Die Situa­ti­on in der Welt wird nicht ein­fa­cher, sie ver­schlech­tert sich vor unse­ren Augen. Der Haupt­grund dafür ist, dass die USA und ihre Ver­bün­de­ten den übri­gen Teil­neh­mern an der zwi­schen­staat­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on wei­ter­hin aggres­siv die soge­nann­te regel­ba­sier­te Welt­ord­nung auf­zwin­gen wol­len. Was die­se Ord­nung mit den Men­schen­rech­ten macht, lässt sich gut am Bei­spiel der Ukrai­ne zei­gen”, so Lawrow.

Sei­ner Ansicht nach habe der Wes­ten “die Kon­trol­le über sich selbst ver­lo­ren”. Er sprach die Sank­tio­nen des Wes­tens an und erzähl­te von Mas­sen­grä­bern, die im Don­bass gefun­den wurden.

Wäh­rend Law­rows Rede ver­lie­ßen zahl­rei­che Bot­schaf­ter und Diplo­ma­ten den Saal, um ihren Pro­test gegen die Ukrai­ne-Inva­si­on zum Aus­druck zu brin­gen. Die­se Akti­on wur­de vor­ab koor­di­niert. “Der Men­schen­rechts­rat darf nicht als Platt­form für Des­in­for­ma­ti­on miss­braucht wer­den”, sag­te die deut­sche Bot­schaf­te­rin Katha­ri­na Stasch.

Fasbender im Gespräch mit Peter-Michael Diestel: „Ich habe Angst“

Fas­ben­der im Gespräch – mit dem letz­ten stell­ver­tre­ten­den Minis­ter­prä­si­den­ten und Innen­mi­nis­ter der DDR Peter-Micha­el Diestel.

Der Vor­kämp­fer für Wür­de und Ach­tung der Ost­deut­schen lei­det wegen Russ­lands Krieg in der Ukrai­ne. Den Groll man­cher Rus­sen ange­sichts der 20-jäh­ri­gen Expan­si­on des west­li­chen Mili­tär­bünd­nis­ses bis vor ihre Haus­tür kann er den­noch nachvollziehen.

Der Geist des gegen­sei­ti­gen Respekts, der in den Jah­ren nach 1990 die deutsch-rus­si­schen Gesprä­che beherrscht und beflü­gelt hat, sei schon lan­ge vor dem Krieg nur noch Erin­ne­rung gewe­sen. In der Kri­se kom­me es jetzt dar­auf an, die weni­gen Deut­schen, die im Kreml noch Ein­fluss besä­ßen, für den Frie­den zu mobi­li­sie­ren: Ger­hard Schrö­der, Ange­la Mer­kel, Manue­la Schwesig.

ZDF/3Sat-Moderatorin rechnet mit ehemaligem Arbeitgeber ab

Lügen­pres­se, Lücken­pres­se, gekauf­te Medi­en, Sys­tem-Medi­en – es gibt sehr vie­le recht unschö­ne Aus­drü­cke für die gemein­hin als „Main­stream“ benann­te Medi­en­land­schaft. Lei­der wer­den sie ihrem Ruf bekannt­lich recht oft gerecht und das ist das The­ma der aktu­el­len Sen­dung. Dazu begrü­ße ich die Jour­na­lis­tin und Mode­ra­to­rin Kat­rin Sei­bold. Sei­bold hat für 3sat Sen­dun­gen mode­riert, war 18 Jah­re lang Redak­teu­rin in einer tages­ak­tu­el­len Kul­tur­sen­dung auf ZDF/3sat und hat­te Sta­tio­nen im Mit­tags­ma­ga­zin und im ZDF-Stu­dio New York.

Mit dem Geschäft im Öffent­lich-Recht­li­chen Rund­funk ist sie also mehr als ver­traut. Doch nun hat sie gekün­digt und schmiss ihre Kar­rie­re bei den Öffent­lich-Recht­li­chen hin. Im Inter­view mit Elsa Mitt­manns­gru­ber erklärt Kat­rin Sei­bold ihre Beweg­grün­de und den lan­gen Pro­zess, der zu die­ser fol­gen­schwe­ren Ent­schei­dung geführt hat. Sie spricht über die media­le Ein­fluss­nah­me von Poli­tik und Kir­che und die zuneh­men­de Unfrei­heit in der Bericht­erstat­tung. Eben­so berich­tet sie von kon­kre­ten Erleb­nis­sen bei der Pro­duk­ti­on von Fake News und dem Ver­dre­hen von Bei­trä­gen und beweist damit gro­ßen Mut.