Die Abdankung des Souveräns

Die Macht ver­sucht nicht län­ger, den demo­kra­ti­schen Schein auf­recht­zu­er­hal­ten — der Bür­ger gibt sich sei­ner eige­nen Ent­rech­tung wil­len­los hin.

Vor­bei die Zei­ten, da der mün­di­ge Bür­ger hoch ange­se­hen war. Wenn er es denn je war. Spä­tes­tens mit dem Ein­tritt der neu­en Nor­ma­li­tät ist die­ses Ide­al Maku­la­tur. Tugend­haft ist nun, wer gehor­sam ist, Regeln nie­mals hin­ter­fragt und sich ein­glie­dern lässt in das eng­ma­schi­ge Kon­troll­ras­ter. Wer es wagt, sich die­ser all­um­fas­sen­den Unter­wer­fung zu ver­wei­gern, der sieht sich ganz schnell einem Hagel­schau­er aus Repres­sa­li­en und Dif­fa­mie­run­gen ausgesetzt.

Alles und jeder hat in Reih und Glied zu ste­hen. Und wenn die Frei­heit Tanz­ver­bot hat, darf auch nie­mand aus der Rei­he tan­zen. In letz­ter Kon­se­quenz muss der Bür­ger sei­ne Frei­heit wie­der ergrei­fen — aus eige­nem Antrieb. Von oben wird er die­se nicht geschenkt bekommen.

Wei­ter­le­sen

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