Die APO ist wieder da – und keiner hat’s gemerkt

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Jen­seits der Par­la­men­te hat sich eine Pro­test­be­we­gung gegen die Pan­de­mie­po­li­tik gebil­det, die im Par­tei­en­sys­tem bis­her nicht adäquat reprä­sen­tiert wird. Sie über­schrei­tet poli­ti­sche Lager­gren­zen. Die dama­li­ge APO kämpf­te gegen abs­trak­te Not­stands­ge­set­ze, wäh­rend die Ver­hält­nis­se – in dem von ihr beklag­ten Sin­ne – kei­nes­wegs auto­ri­tä­rer wur­den, im Gegen­teil. Was­ser­wer­fer wur­den bei Demos zwar eben­falls ein­ge­setzt, aber kei­ne Schi­ka­nen wie Mas­ken- oder Abstands­auf­la­gen. Das hät­ten sich die Demons­tran­ten auch nicht bie­ten las­sen. Einem Uni-Lock­down wären sie mit einer Beset­zung der Hoch­schul­ge­bäu­de und eige­nen Lehr­ver­an­stal­tun­gen begegnet.

Sei­ner­zeit wei­te­te sich die Demo­kra­tie aus, heu­te ver­engt sie sich – nicht nur im Ver­samm­lungs­recht. Die 68er-APO durf­te sich zudem grö­ße­rer Sym­pa­thien in den Main­stream-Medi­en erfreu­en (von der Sprin­ger-Pres­se ein­mal abge­se­hen) als die heu­ti­gen Coro­na-Pro­test­ler. Iro­ni­scher­wei­se, denn es wim­mel­te nur so vor Anhän­gern Maos, Ho Chi Minhs und Che Gue­va­ras, also ver­fas­sungs­feind­li­chen Extre­mis­ten, wäh­rend die Kri­ti­ker der Coro­na-Poli­tik im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes mit dem Grund­ge­setz in der Hand unter­wegs sind.

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