Die Linken sind eine herbe Enttäuschung — Anselm Lenz im Gespräch

 

Wie steht es um den Demo­kra­ti­schen Wider­stand in Deutsch­land? “Eine Zei­tung in die­ser Auf­la­ge, wie wir sie haben, ist nicht aus der Welt zu krie­gen. Wir kön­nen nach­wei­sen, dass es seit April letz­tens Jah­res auch ande­re Stim­men gab, dass alter­na­ti­ve Mei­nun­gen von Anfang an exis­tiert haben”, so der Mit­her­aus­ge­ber der Wochen­zei­tung Anselm Lenz.

Mit ihm spre­che ich über das For­mat des Prints, durch das die Zei­tung – schwarz auf weiß – auf eine unver­gäng­li­che, unver­än­der­li­che Art und Wei­se in der Welt ist, die Chro­nis­ten­pflicht des Jour­na­lis­ten und über die ursprüng­li­chen Beweg­grün­de der Lin­ken, die nun nicht mehr wie­der­zu­er­ken­nen sind. Wir reden über Groß­kon­zer­ne mit Welt­herr­schafts­vor­stel­lun­gen, die nicht nur bis auf die kör­per­li­che Ebe­ne regie­ren möch­ten, son­dern womög­lich sogar noch die fixe Idee haben, der Mensch­heit damit etwas Gutes zu tun.

Um die­sen Fan­ta­sien ent­ge­gen­zu­hal­ten, braucht es eine ele­gan­te Ableh­nungs­hal­tung, einen moder­nen Bart­le­by: “I would pre­fer not to”. Wider­stand ist nicht bloß ange­bracht, das Nein ist im Grun­de der eman­zi­pa­to­ri­sche Begriff über­haupt, so Lenz. Mit einem Nein begin­nen Frei­heit und Demo­kra­tie – ein libe­ra­ler Geist, den sich unse­re heu­ti­ge Gesell­schaft gar nicht mehr vor­stel­len kann.

Anselm Lenz ist Schrift­stel­ler, Jour­na­list und Dra­ma­turg. Er war Initia­tor der Ber­li­ner Hygie­ne­de­mo. Seit April 2020 sind sein Kol­le­ge Hend­rick Soden­kamp und er Grün­der und Her­aus­ge­ber der Wochen­zei­tung Demo­kra­ti­scher Wider­stand und Inha­ber des Ver­lags Soden­kamp und Lenz.


 

Kommentare sind geschlossen.