Die mit den Wölfen heulen

Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft ist zu einem Herr­schafts­in­stru­ment ver­kom­men, das vor allem eines ver­mit­telt: Sta­tus­ge­winn durch die Nähe zur Macht.

Wie konn­te es dazu kom­men, dass eine Cli­que von Berufs­po­li­ti­kern mit einer für die aller­meis­ten Men­schen ganz offen­sicht­lich schäd­li­chen Agen­da durch­re­gie­ren kann — fast ohne dabei auf Wider­spruch zu sto­ßen? Hier rich­ten sich die Augen vor allem auf erwie­se­ner­ma­ßen klu­ge Men­schen: Intel­lek­tu­el­le und Akademiker.

Von schlich­ten Gemü­tern hät­te man ja nichts ande­res erwar­tet als Unfä­hig­keit, die Schli­che der Demo­kra­tie­fein­de zu durch­schau­en. Die­se alten Denk­mus­ter grei­fen in der Coro­na-Kri­se jedoch nicht mehr. Wer intel­li­gent ist, nutzt dies heu­te oft ledig­lich, um aus­ge­feil­te Nar­ra­ti­ve zu ent­wer­fen, die sein Ver­sa­gen etwas bes­ser interpretieren.

Micha­el Mey­en, Autor des kürz­lich erschie­ne­nen Spie­gel-Best­sel­lers „Die Pro­pa­gan­da-Matrix“, ist selbst Lehr­stuhl­in­ha­ber für Medi­en­wis­sen­schaft und erzählt in die­sem Bei­trag aus eige­ner Erfah­rung, wie sich sein Fach in den letz­ten Jahr­zehn­ten ver­än­dert hat. Sein ernüch­tern­des Resü­mee: Um Wahr­heit, Objek­ti­vi­tät und unab­hän­gi­ges Den­ken geht es längst nicht mehr im Uni­ver­si­täts­be­trieb. Viel­mehr um die „Fleisch­töp­fe“ — For­schungs­gel­der, Repu­ta­ti­on und um das Schul­ter­klop­fen der Macht­ha­ber, deren Ideo­lo­gie man durch abhän­gi­ge For­schung beflis­sen zu unter­stüt­zen versucht.

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