Faschistischer Zirkus

Der Gesund­heits­to­ta­li­ta­ris­mus kommt heu­te schrill und bunt daher.

Fast schon dada­is­tisch mutet der Faschis­mus der 2020er-Jah­re an. In ihm ent­steht ein Kult, der sich gegen alles wen­det, was zuvor als sicher und unver­rück­bar gegol­ten hat­te. Alle Kom­po­nen­ten, die Bestand­tei­le eines leben­di­gen Lebens waren, wur­den von der Bild­flä­che des öffent­li­chen Lebens getilgt.

Den Com­pu­ter­bild­schirm als „Fens­ter zur Welt“ zu bezeich­nen, ist ein ver­brei­te­tes, aber völ­lig fal­sches Bild. Wer in den Bild­schirm schaut, schaut nicht in die Welt, son­dern aus der Welt hin­aus in einen gigan­ti­schen Müllkübel.

So kommt es heu­te zu einer — zumin­dest in digi­tal durch­ge­impf­ten Län­dern — pan­de­mi­schen kogni­ti­ven Dis­so­nanz: Man hält das, was auf dem Bild­schirm erscheint, für die Wirk­lich­keit und „erlebt“ so zum Bei­spiel eine „Epi­de­mie“ anhand von drei You­Tube-Film­chen wie „die Bil­der aus Ber­ga­mo!“, zehn­tau­send bun­ten Sta­tis­ti­ken und unab­läs­sig wie­der­hol­ten Beschwö­run­gen und Ver­hal­tens­maß­re­geln. Wer dann ver­se­hent­lich mal hin­aus in die Welt geht, stellt fest, dass da nichts der­glei­chen statt­fin­det, und flüch­tet scho­ckiert zurück in den Bild­schirm, um sich wei­ter scho­ckie­ren zu las­sen. Schließ­lich hat man gelernt, dass der vir­tu­el­le Müll da drin „echt“ ist, und wenn die Welt da drau­ßen das Gegen­teil zeigt, kann sie nicht echt sein.

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