Geopolitischer Schock

Ent­ge­gen den Erwar­tun­gen vie­ler hat Russ­land nun das Völ­ker­recht gebro­chen — das dar­aus resul­tie­ren­de Cha­os in Euro­pa ist für die USA vorteilhaft.

Man­che hiel­ten es für aus­ge­schlos­sen, ande­re wie­der­um rech­ne­ten seit Jah­ren damit: der Ein­marsch Russ­lands in die Ukrai­ne. Nun ist es so weit gekom­men und die Welt steht auf dem Kopf. Jene, die ein sol­ches Vor­ge­hen Russ­lands aus­schlos­sen haben, rei­ben sich nun ver­wun­dert die Augen, und der Wes­ten feixt selbstgerecht.

Ange­sichts des Völ­ker­rechts­bruch Russ­lands suhlt sich der Wes­ten in einem aus­ufern­den Mora­lis­mus, der letzt­lich eine unbe­schreib­li­che Dop­pel­mo­ral dar­stellt. Denn das, was Russ­land der­zeit in der Ukrai­ne ver­bricht, macht der Wes­ten seit Jahr­zehn­ten mit einer stoi­schen Selbst­ver­ständ­lich­keit. Nun blickt die Welt auf einen Flä­chen­brand im Herz­land, wel­cher vor dem Hin­ter­grund des west­li­chen Sank­ti­ons-Regime rasch welt­wei­te Dimen­sio­nen anneh­men könn­te. Wird Russ­land vom Wes­ten, oder zumin­dest von Euro­pa, abge­na­belt, könn­te dies zu einem Näher-Zusam­men­rü­cken der nicht-west­li­chen Alli­an­zen füh­ren. Gleich­zei­tig pro­fi­tiert aber auch die USA von einer gespal­te­nen eura­si­schen Platte.

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