Politiker, die die Bürger am meisten bevormunden, sind am populärsten

In einer Zeit, in der sich die Gesell­schaft immer wei­ter spal­tet, hilft ein Blick ins Aus­land. Wie schau­en die Nach­barn auf Deutsch­land, wie beur­tei­len sie die immer aus­sichts­lo­ser erschei­nen­de Lage? Wer könn­te dies bes­ser als die Schweiz, die ihren Nim­bus als Grals­hü­te­rin der Neu­tra­li­tät nie ver­lo­ren hat.

„Der pan­de­mi­sche Zeit­geist: War­um sich die Poli­tik dage­gen sträubt, die Coro­na-Ver­bo­te end­lich auf­zu­he­ben“, über­schreibt Eric Gujer, der Chef­re­dak­teur der „Neu­en Zür­cher Zei­tung“ sei­nen in der Rubrik „Der ande­re Blick“ erschie­ne­nen poin­tier­ten Kom­men­tar. War­um kehrt die deut­sche Gesell­schaft ange­sichts nied­ri­ger Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen und eben­so gerin­ger Todes­fall­zah­len nicht end­lich zum Nor­mal­be­trieb zurück, fragt sich der Schwei­zer Top-Jour­na­list und Autor.

Sei­ne Ant­wort soll­te die Bun­des­bür­ger zum Nach­den­ken anre­gen: „Weil der pan­de­mi­sche Zeit­geist regiert.“ Für Gujer steht dies für die Kon­trol­le der Gesell­schaft im Zei­chen eines abso­lut ver­stan­de­nen Gesund­heits­schut­zes, der auf drei Ele­men­ten beruht: einer hyper­ge­nau­en Dia­gnos­tik, einer gigan­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on und den Ein­grif­fen in die Grund­rech­te. Poli­ti­kern und Heer­scha­ren von Public-Health-Beam­ten in Ver­wal­tung und Wis­sen­schaft fal­le es schwer, die Welt in ande­ren Kate­go­rien zu den­ken als in Sie­ben-Tage-Inzi­den­zen, Test­zah­len oder Impfquoten.

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