ASV-Fahnenweihe: Neue Fahne nach 99 Jahren

Es war mehr als eine all­täg­li­che Ange­le­gen­heit. Die Fah­nen­wei­he im Auricher Schüt­zen­ver­ein von 1616 (ASV). Eine Fah­nen­wei­he im eige­nen Ver­ein bleibt vie­len Mit­glie­dern ihr Leben lang vor­ent­hal­ten. Mit die­sen Wor­ten begann der 1. Vor­sit­zen­de des ASV Ste­fan Dunk­mann sei­ne Ansprache.

In einem geschicht­li­chen Rück­blick ver­wies Dunk­mann auf die Umwand­lung der bei­den Bür­ger­wehr­com­pa­nien zum Auricher Schüt­zen­ver­ein im Jahr 1846. Bereits zuvor gab es eine Fah­ne, deren Spur sich aller­dings im 19, Jahr­hun­dert ver­liert. Über­lie­fert ist deren Auf­schrift mit dem Mot­to „Ehre dem Kai­ser! Heil dem Vaterlande!“

Die Fah­ne von 1846 ist ver­hält­nis­mä­ßig gut erhal­ten. Auf wei­ßem Grund zeigt sie bei­der­sei­tig das Auricher Wap­pen, dar­über eine Kro­ne mit dem Reichs­ap­fel. In der lin­ken obe­ren Ecke wur­de 1866 der preu­ßi­sche Adler ange­bracht. Mit dem Neu­bau des Schüt­zen­hau­ses im Jahr 1980, wur­de sie in einer Iso­lier­glas­schei­be ein­ge­las­sen und wird im Saal des Schüt­zen­hau­ses wei­ter in Ehren gehalten.

Die Wei­he der zwei­ten, bis Sep­tem­ber 2023 genutz­te Fah­ne, fand am 9. August 1888 in Anwe­sen­heit sämt­li­cher Auricher Ver­ei­ne im Schüt­zen­hof statt. Ihr Mot­to: „Üb Aug und Hand fürs Vater­land!“ Vier mal muss­te sie seit dem restau­riert in instand gesetzt wer­den. Das ers­te Mal am im Jahr 1924.

Anläss­lich des Schüt­zen­fes­tes wur­de sie am 9. Juli 1924 erneut geweiht. 1956 erfolg­te eine wei­te­re Über­ho­lung. 1977 wur­de sie einer tota­len Restau­rie­rung unter- zogen, Dabei muss­ten die wert­vol­len Sti­cke­rei­en abge­löst und auf eine neue Fah­nen­sei­de über­tra­gen. 2015 wur­de sie erneut instand gesetzt. Über­le­gun­gen, sie nach ins­ge­samt 135 Jah­ren unter Umstän­den ein fünf­tes mal zu restau­rie­ren, wur­den schließ­lich ver­wor­fen. Eine neue Fah­ne soll­te beschafft wer­den. Fei­er­lich wur­de sie an 30. Sep­tem­ber 2023 im Auricher Schüt­zen­haus geweiht, eine Pra­xis, die seit dem 10. Jahr­hun­dert belegt ist.

Wir sind kei­ne Ballermänner

Rück­be­sin­nung auf Tra­di­tio­nen habe in heu­ti­ger Zeit wach­sen­de Bedeu­tung, sag­te Dunk­mann. Das gel­te auch für die Sport­schüt­zen, die in der Öffent­lich­keit nicht wei­ter als “Bal­ler­män­ner” abge­wer­tet wer­den wol­len. Dazu wol­le man auch als Ver­ein beitragen.

In einer Welt des blan­ken Mate­ria­lis­mus soll­ten Wer­te der Tra­di­ti­on nicht wei­ter ins Lächer­li­che gezo­gen wer­den, so Dunk­mann wei­ter. Die Fah­ne stel­le auch ein Sym­bol dar, mit dem man sich iden­ti­fi­zie­ren kann. Dafür ste­he auch das Mot­to auf die­ser Fah­ne. “Gestärkt durch die Tra­di­ti­on – Gemein­sam in die Zukunft”..Es sei durch­aus erstre­bens­wert, wenn der alte sport­li­che Geist der Kame­rad­schaft, Fai­ness, der Hilfs­be­reit­schaft – also jener alte Idea- lis­mus, der unter eine sol­chen Fah­ne eine Selbst­ver­ständ­lich­keit war, wie­der auf­le­ben würde.

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