Die Auricher Königskette

Ein wert­vol­les und schö­nes Stück altost­frie­si­scher Sil­ber­ar­beit stellt der an der Königs­ket­te des ASV befind­li­che Sil­benıo­gel dar. Kopf, Flü­gel, Hals­band und Schwanz­fe­dern sind ver­gol­det. Der Vogel trägt eine Pla­ket­te im Schna­bel, die auf der einen Sei­te das Auricher Wap­pen, und auf der ande­ren Sei­te die Jah­res­zahl 1616 mit dem Zusatz: Reno­va­t­um d. 24.Januar 1825, C.B. Con­ring zeigt. C.B.Conring war von 1816 bis 1840 Bür­ger­meis­ter in Aurich. Er starb am 24. März 1844.

Doku­men­tier­tes Gründungsjahr

Für den Auricher Schüt­zen­ver­ein ist die­ser Sil­ber­vo­gel mit der Pla­ket­te im Schna­bel ein his­to­ri­sches Zeug­nis von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Sie ver­weist auf das Grün­dungs­jahr des Ver­eins – zumin­dest eines, wel­ches doku­men­tiert ist. Das eigent­li­che Grün­dungs­jahr dürf­te erheb­lich frü­her lie­gen, lässt sich akten­mä­ßig jedoch nicht auf­klä­ren, weil älte­re Doku­men­te im Lau­fe der Zeit ver­lo­ren gegan­gen sind.

Die Auricher Schüt­zen­kö­ni­ge tra­ge bei offi­zi­el­len Anläs­sen als Zei­chen ihrer Wür­de und der mit­tel­al­ter­li­chen Tra­di­ti­on fol­gend die­sen Papa­gei mit ver­gol­de­tem Kopf, Flü­geln und Schwanz­fe­dern. Dies geht auf den Ursprung der Schüt­zen zurück, als sie noch als Bür­ger­wehr die Stadt mit ihren Toren und Wäl­len sicher­ten, um sie bei Angrif­fen von außen ver­tei­di­gen zu können.

Schüt­zen­kö­nig steuerfrei

Als Aus­gleich für die mit der Bewa­chung der Stadt ver­bun­de­nen Auf­ga­ben fei­er­te man ein­mal im Jahr ein gro­ßes Schüt­zen­fest. Dabei wur­de auf einen höl­zer­nen Vogel geschos­sen, der auf einer Stan­ge befes­tigt war. Als Höhe­punkt der Fest­lich­kei­ten erhielt der bes­te Schüt­ze das soge­nann­te Königs­sil­ber, an dem ein sil­ber­ner „Ver­gel“ (Papa­gei) befes­tigt war. Außer­dem wur­den dem bes­ten Schüt­zen für ein Jahr die Steu­ern erlassen. 

Bis 1924 wur­de die­se sehr wert­vol­le ost­frie­si­sche Gold­schmie­de­ar­beit im Stadt­ar­chiv Aurich auf­be­wahrt. Zum Schüt­zen­fest des Jah­res wur­de sie an den Auricher Schüt­zen­ver­ein über­ge­ben. Lei­der fehlt dem Vogel eine soge­nann­te “Meis­ter­pun­ze”.

Dabei han­delt es sich um ein spe­zi­el­les Zei­chen, wel­ches ein Gold­schmied als sei­ne per­sön­li­che Mar­kie­rung ver­wen­det, um sei­ne Wer­ke zu signie­ren und zu kenn­zeich­nen. Somit bleibt genaue Her­kunft und auch der Name des Künst­lers im dun­kel der Geschichte. 

Eine wert­vol­le Silberarbeit

1890 hat­te der Auricher Bür­ger­meis­ter Georg Fried­rich Schwi­ening ange­regt, den Auricher Schüt­zen­vo­gel zur nähe­ren dem Köl­ner Fach­mann Arthur Papst zur Begut­ach­tung vor­zu­le­gen. Papst kam zu dem Ergeb­nis, dass es sich bei die­sem Schüt­zen­vo­gel um ein Werk­stück han­de­le, wel­ches den Hoch­stand der Gold- und Sil­ber­schmie­de­zunft die­ser Zeit doku­men­tie­re. Rin­ge und Beschlä­ge zeug­ten auch von der guten Leis­tungs­fä­hig­kei­ten der ost­frie­si­schen und Auricher Goldschmiede. 

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